Im Jahr 1747 fertigte der französische Ingenieur François Freneau den weltweit ersten Regenmantel an. Er verwendete Latex aus Gummibaumholz und tauchte Schuhe und Mäntel in diese Latexlösung, um sie so zu beschichten und wasserdicht zu machen.
In einer Gummifabrik in Schottland, England, arbeitete einst ein Mann namens Mackintosh. Eines Tages im Jahr 1823 tropfte Mackintosh bei der Arbeit versehentlich Gummilösung auf seine Kleidung. Als er es bemerkte, eilte er herbei, um es mit den Händen abzuwischen. Doch die Lösung war in den Stoff eingezogen und hatte sich nicht nur festgesetzt, sondern ihn sogar überzogen. Da Mackintosh ein armer Arbeiter war, konnte er die Kleidung nicht wegwerfen und trug sie deshalb weiterhin zur Arbeit.
Bald entdeckte Mackintosh: Die mit Gummi beschichtete Kleidung wirkte wie mit einer Schicht wasserdichten Klebstoffs überzogen und sah zwar unansehnlich aus, war aber wasserdicht. Er hatte eine Idee: Er überzog das gesamte Kleidungsstück mit Gummi, wodurch ein regenfestes Kleidungsstück entstand. Mit dieser neuen Art von Kleidung musste sich Mackintosh keine Sorgen mehr um Regen machen. Diese Neuheit verbreitete sich schnell, und seine Kollegen in der Fabrik erkannten, dass sie Mackintoshs Beispiel gefolgt waren und ebenfalls einen wasserdichten Gummiregenmantel herstellten. Später erregte der wachsende Ruhm des Gummiregenmantels die Aufmerksamkeit des britischen Metallurgen Parks, der diese besondere Kleidung ebenfalls mit großem Interesse untersuchte. Parks fand, dass die mit Gummi beschichtete Kleidung zwar wasserdicht, aber hart und spröde war und sich weder schön noch bequem anfühlte. Er beschloss, diese Art von Kleidung zu verbessern. Unerwarteterweise dauerte diese Verbesserung über zehn Jahre. 1884 erfand Parks die Verwendung von Schwefelkohlenstoff als Lösungsmittel zum Auflösen des Gummis, entwickelte die wasserdichte Technologie und meldete ein Patent an. Um diese Erfindung schnell in die Produktion zu überführen und zu einem Massenprodukt zu machen, verkaufte Parks das Patent an einen Mann namens Charles. Nach Beginn der Massenproduktion wurde der Name „Charles Raincoat Company“ bald weltweit bekannt. Doch Mackintoshs Verdienste blieben bestehen, und der Regenmantel wurde allgemein als „Mackintosh“ bezeichnet. Bis heute ist das englische Wort für Regenmantel „Mackintosh“.
Nach Beginn des 20. Jahrhunderts und dem Aufkommen von Kunststoffen und einer Vielzahl wasserdichter Stoffe wurde die Vielfalt an Stilen und Farben von Regenmänteln immer größer. Auch nicht wasserdichte Regenmäntel kamen auf den Markt und zeugten von einem hohen technologischen Niveau.
Veröffentlichungsdatum: 04.11.2022
