Westlicher Neujahrstag: Im Jahr 46 v. Chr. legte Julius Caesar diesen Tag als Beginn des westlichen Neujahrs fest, um den zweigesichtigen Gott „Janus“, den Gott der Türen in der römischen Mythologie, zu segnen. Aus „Janus“ entwickelte sich später das englische Wort January.
Großbritannien: Am Tag vor Neujahr muss jeder Haushalt Wein in Flaschen und Fleisch im Schrank haben. Die Briten glauben, dass sie im kommenden Jahr arm sein werden, wenn kein Wein und kein Fleisch mehr da sind. Außerdem ist in Großbritannien der Brauch des „Brunnenwassers“ an Neujahr beliebt. Man versucht, als Erster zum Brunnen zu gelangen, denn wer als Erster das Wasser trifft, gilt als glücklich und erhält Glück.
Belgien: In Belgien ist es am Neujahrsmorgen auf dem Land üblich, den Tieren Respekt zu erweisen. Die Menschen gehen zu Kühen, Pferden, Schafen, Hunden, Katzen und anderen Tieren und streicheln diese Lebewesen, um ihnen ein frohes neues Jahr zu wünschen.
Deutschland: Am Neujahrstag stellen die Deutschen in jedem Haus eine Tanne und einen liegenden Baum auf, zwischen deren Blättern Seidenblumen befestigt werden, um die Blütenpracht des Frühlings zu symbolisieren. Um Mitternacht am Silvesterabend, kurz vor dem Neujahrsbesuch, steigen sie auf einen Stuhl, läuten die Glocke, springen herunter und werfen einen schweren Gegenstand hinter die Stuhllehne, um zu zeigen, dass sie die Sorgen des Alltags hinter sich lassen und voller Elan ins neue Jahr starten. Auf dem deutschen Land gibt es außerdem den Brauch des „Baumkletterwettbewerbs“, um das neue Jahr zu feiern und zu demonstrieren, wie hoch hinaus man klettert.
Frankreich: Neujahr wird traditionell mit Wein gefeiert, und die Franzosen beginnen bereits am Silvesterabend und trinken bis zum 3. Januar. Sie glauben, dass das Wetter am Neujahrstag ein Vorzeichen für das neue Jahr ist. Am frühen Morgen gehen sie auf die Straße, um die Windrichtung zu beobachten und daraus das neue Jahr abzuleiten: Weht der Wind aus Süden, verheißt dies Wind und Regen, und das Jahr wird sicher und warm. Weht der Wind aus Westen, wird es ein gutes Jahr für Fischfang und Milchwirtschaft geben. Weht der Wind aus Osten, verspricht er eine reiche Ernte. Weht der Wind aus Norden, wird es ein schlechtes Jahr.
Italien: Silvester in Italien ist eine ausgelassene Feier. Mit Einbruch der Dunkelheit strömen Tausende auf die Straßen, zünden Feuerwerkskörper und schießen sogar mit scharfer Munition. Männer und Frauen tanzen bis Mitternacht. Familien packen alte Sachen zusammen, zerbrechliche Gegenstände werden zerschlagen, alte Töpfe, Flaschen und Gläser werden aus dem Haus geworfen. Dies symbolisiert das Abschütteln von Unglück und Sorgen und ist der traditionelle Brauch, das alte Jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen.
Schweiz: Die Schweizer pflegen am Neujahrstag eine sportliche Tradition. Manche steigen in Gruppen auf Berge und singen, den schneebedeckten Himmel bewundernd, lautstark von einem guten Leben. Andere gleiten auf Skiern durch die Berge und Wälder, als suchten sie den Weg zum Glück. Wieder andere veranstalten Stelzenlaufwettbewerbe, Männer und Frauen, Jung und Alt, alle gemeinsam, und wünschen sich gegenseitig Gesundheit. Sie begrüßen das neue Jahr mit Fitness.
Rumänien: Am Vorabend des Neujahrstages stellten die Menschen hohe Weihnachtsbäume auf und bauten Bühnen auf dem Marktplatz auf. Die Bürger sangen und tanzten, während Feuerwerkskörper gezündet wurden. Die Landbevölkerung zog mit bunten Blumen geschmückte Holzpflüge, um das neue Jahr zu begrüßen.
Bulgarien: Beim Neujahrsessen bringt derjenige, der niest, der ganzen Familie Glück, und das Familienoberhaupt verspricht ihm das erste Schaf, die erste Kuh oder das erste Fohlen, um ihm und der ganzen Familie Glück zu wünschen.
Griechenland: Am Neujahrstag backt jede Familie einen großen Kuchen und legt eine Silbermünze hinein. Der Gastgeber schneidet den Kuchen in mehrere Stücke und verteilt sie an Familienmitglieder, Freunde und Verwandte. Wer das Stück Kuchen mit der Silbermünze isst, gilt als der Glücklichste im neuen Jahr, und alle gratulieren ihm.
Spanien: In Spanien versammelt sich am Silvesterabend die ganze Familie, um mit Musik und Spielen zu feiern. Wenn Mitternacht schlägt und die Glocke 12 Uhr läutet, wetteifern alle darum, so viele Weintrauben wie möglich zu essen. Wer es schafft, zwölf Trauben im Takt des Glockenschlags zu essen, dem soll es im neuen Jahr in jedem Monat gut gehen.
Dänemark: In Dänemark sammelt jeder Haushalt in der Nacht vor Neujahr die zerbrochenen Tassen und Teller und liefert sie heimlich mitten in der Nacht an die Türen von Freunden. Am Neujahrsmorgen gilt: Je mehr Scherben sich vor der Tür stapeln, desto glücklicher wird das neue Jahr für die Familie sein, je mehr Freunde sie hat!
Veröffentlichungsdatum: 02.01.2023